Breitensportturnier Bad Segeberg

08. August 2010

Vom 07. – 08. August 2010 fand auf dem Landesturnierplatz in Bad Segeberg das 15. Landes-Breitensportturnier statt.

Das Wetter machte der Veranstaltung zum Glück keinen Strich durch die Rechnung und blieb relativ beständig. Aber auch die kleinen Nieselschauer konnten die Gemüter nicht trüben. Wo man hinsah sah man fröhliche Gesichter.

 

Ich war dieses Jahr mal wieder in Sachen Fotos unterwegs und habe einige Bekannte und auch meine Cousine Sina zu ihren Prüfungen begleitet.

 

Ich fange einfach mal bei Sina an.

Sina und ihre Oldenburger-Stute Dispera (nachstehend nur noch Dispi genannt), starteten in der Rittigkeitsprüfung „leicht“ und dem Gleichmäßigkeitswettbewerb.

Die Ausschreibungstexte dieser Prüfungen lauteten:

 

WB 2: Rittigkeitsprüfung für Freizeitpferde (Leicht)

Bahnprüfung in Anlehnung an die VFD-Reitprüfung 2. Es wird nur im Schritt und Trab/Tölt geritten.

Das Pferd soll die Grundgangarten zeigen, den Gehorsam und die Wendigkeit, um einen Reiter sicher durch das Gelände zu tragen.

Der Reiter soll in Sitz und Einwirkung in möglichst harmonischer Übereinstimmung mit seinem Pferd eine reiterliche Grundausbildung zeigen.

Die Prüfung findet auf einem Grasplatz 20x40 statt. Die Aufgabe wird mit der Nennbestätigung zugesandt bzw. ist im Internet unter

www.vfdnet.de/verband/hh-schleswig-holstein unter Aktuelles nachzulesen.

Ausrüstung:

Pferd:

Hilfszügel sind nicht gestattet.

Zäumungen: Erlaubt sind einfach und doppelt gebrochene Trensen (ohne Hebelwirkung), Islandkandare = beidhändige Zügelführung, „Bits“ (ungebrochene oder einfach gebrochene Kandare) = einhändige Zügelführung,

entweder Gerte oder Sporen.

Reiter:

Reithelm nach EU-Norm, feste Schuhe oder Stiefel mit Absatz (ohne Absatz zum Vorfuß)

 

WB 36: Gleichmäßigkeitswettbewerb

Die Prüfung wird einzeln geritten. Eine Runde ist im beliebigen Tempo im Trab, Tölt oder Galopp (fliegender Start) zu reiten. Die Zeit wird gestoppt. Die zweite Runde sollte möglichst in exakt der gleichen Zeit wie die ersten Runde zurückgelegt werden. Es gewinnt derjenige, der seine vorgegebene Zeit genauer oder am genauesten trifft.

 

 

Dispi war zum ersten Mal auf einem so großen Turnier und machte große Augen, als sie vom Hänger kam und das neue Areal sah. So viele Anhänger, Pferde und fremde Gerüche. Sie war, so glaube ich zumindest, ganz froh, dass ihre Stallkollegin, die Traberstute Edeka, mit dabei war.

Aber Dispi machte ihre Sache gut. Sie war zwar an ihrer Umwelt interessiert und schaute sich in der Gegend um, aber im Großen und Ganzen hatte sie ihre Nerven gut im Zaum. Sina versuchte derzeit ihr Nervenkostüm zurecht zu stutzen und konzentrierte sich aufs Reiten.

Leider gab es dann bei der Rittigkeitsprüfung fast eine Stunde Verzug, so dass die Beiden nicht direkt nach dem Warmreiten in die Bahn konnten. Aber auch die Zeit ging vorüber und Sina konnte endlich einreiten.

Dispi sah sich alles genau an, aber im Gegensatz zur allgemeinen Vermutung, scheute sie kein einziges Mal auf dem fremden Platz. Weder vor den Hütchen, die die Bahnpunkte markierten, noch vor dem Richterhaus oder den Zuschauern. Die Prüfung begann und Sina und Dispi ritten die Prüfung flüssig und relativ entspannt (so entspannt, wie ein junges Pferd auf fremden Platz halt sein kann). Belohnt wurden die Beiden dafür mit einem unerwarteten 1. Platz.

Auch die Gleichmäßigkeitsprüfung lief für die Beiden nicht schlecht.

Hier wurden zwei Umläufe geritten. Jeder Starter ritt eine Runde in der Gangart seiner Wahl. Dabei wurde die Zeit gestoppt. Im zweiten Umlauf mussten die Pferd-Reiter-Paare nun versuchen exakt die gleiche Zeit noch einmal zu reiten.

Sina war schon verdammt nah dran und hatte nur eine halbe Sekunde Unterschied zwischen ihren beiden Umläufen.

Das reichte für einen guten 5. Platz (von immerhin 17 Startern). Die Siegerin in dieser Prüfung hat eine Punktlandung hingelegt und ist bis auf die Zehntel Sekunde genau die gleiche Zeit geritten.

Dispi und Sina haben ihre Aufgaben wirklich sehr gut gemacht. An dieser Stelle auch noch mal ein herzlichen Glückwunsch an mein Cousinchen und die Samtnase Dispi.

 

Zwischen Sina´s Prüfungen hastete ich zwischen verschiedenen Plätzen hin und her. So wollte und sollte ich doch von Bekannten auch noch Fotos machen.

 

So kam ich erst einmal zur Prüfung „Leichte Kür“. Ausgeschrieben wurde diese Prüfung vom Team Légèreté und Corinna Scholz als Vorsitzende des Teams richtete hier selbst.

Hier einmal der Text aus der Ausschreibung, damit man sich besser vor Augen führen kann, was so eine „Leichte Kür“ beinhalten sollte:

 

WB 28: Leichte Kür

Pferde/Ponys: 5jährig und älter

Reiter: alle Reiter, die nicht mit demselben Pferd in der Schweren Kür starten

Anforderungen: alle drei Grundgangarten müssen auf beiden Händen gezeigt werden (Trab oder Tölt), Schritt mind. 20m zusammenhängend. Schulterherein im Schritt und/oder Trab auf beiden Händen, Zügel aus der Hand kauen lassen im Trab und/oder Galopp auf beiden Händen (mind. 20m), Grußaufstellungen im Halten, kein Rückwärtsrichten, ansonsten Gestaltung frei.

Zirzensische Lektionen erlaubt.

Bewertung: Bewertet werden Choreografie, Ideenreichtum, Harmonie zwischen Reiter und Pferd, Ausführung und Korrektheit der gezeigten Lektionen, Durchlässigkeit, Maultätigkeit, Freude des Pferdes an der Mitarbeit, Sitz und Einwirkung des Reiters, Zusammenpassen von der Vorstellung und der Musik.

Jeder Reiter erklärt sich mit seiner Nennung mit einer offenen Bewertung über Mikrofon im Anschluß an den Ritt einverstanden.

Ausrüstung des Pferdes: gebißlos oder gebrochenes Gebiß ohne Hebelwirkung mit englischem Reithalfter, Sattel beliebig (auch Damensattel), Bandagen erlaubt. Keine Hilfszügel!

Ausrüstung des Reiters: Reiter unter 18 Jahren mit Helm mit Dreipunkt-Befestigung, ansonsten Kopfbedeckung vorgeschrieben, jedoch beliebig, keine Sporen. Kostüm der Musik und der Ausrüstung des vorgestellten Pferdes angepaßt.

Dauer: Max. 3 Minuten zwischen den beiden Grußaufstellungen. Überschreiten der Zeit führt zum Ausschluß.

Beschriftete CD mit Pferd-/Reiternamen und der Angabe, ob die Musik auf Handzeichen oder ab Gruß gestartet werden soll.

 

In dieser Prüfung startete meine Bekannte Claudia mit ihrer Andalusier-Stute Saphira.

Für ihre Kür bekamen die Beiden durchweg positive mündliche Bewertungen, doch leider nur eine 6,8 in der A Note. So wurden sie leider nicht platziert. Aber trotzdem war es ein schön harmonischer Ritt.

Claudias Freund Mirko ritt auf dem Turnier auch eine Prüfung mit. Er startete gegen Sina in der Rittigkeitsprüfung „leicht“. Aber nicht auf Saphira sondern auf seinem Reitbeteiligungspferd Lucero, einem 21-jährigen Cruzado-Wallach (Andalusier x Vollblut), den er erst seit knapp 6 Monaten reitet. Die Beiden machten ihre Sache wirklich gut, auch wenn Mirko seine Nervosität ein wenig auf Lucero übertrug. Raus kam ein super dritter Platz und zwei zufriedene Männer.

Lucero startete dann, mit seiner Besitzerin Kathi, noch in der schweren Kür.

 

WB 29: Schwere Kür

Pferde/Ponys: 7jährig und älter, Angabe der Rasse erforderlich

Reiter: alle Reiter, die nicht mit demselben Pferd in der Leichten Kür starten

Anforderungen: alle drei Grundgangarten müssen mit Versammlung und Verstärkung auf beiden Händen gezeigt werden, Schritt mind. 40m zusammenhängend. Schulterherein und Travers im Trab auf beiden Händen, Renvers erwünscht, Traversale im Trab oder Galopp, mind. ein fliegender Galoppwechsel, beide Grußaufstellungen im Halten, kein Rückwärtsrichten, ansonsten Gestaltung frei. Höhere und Zirzensische Lektionen erwünscht

Bewertung: Bewertet werden Choreografie, Ideenreichtum, Schwierigkeitsgrad, Harmonie zwischen Reiter und Pferd, Ausführung und Korrektheit der gezeigten Lektionen, Durchlässigkeit, Freude des Pferdes an der Mitarbeit, Maultätigkeit, Sitz und Einwirkung des Reiters, Zusammenpassen von der Vorstellung und der Musik.

Jeder Reiter erklärt sich mit seiner Nennung mit einer offenen Bewertung über Mikrofon im Anschluß an den Ritt einverstanden.

Ausrüstung des Pferdes: gebißlos oder gebrochenes Gebiß ohne Hebelwirkung mit englischem Reithalfter; Kandare mit Unterlegtrense; blanke Kandare - dann einhändige Führung. Sattel beliebig (auch Damensattel), Bandagen erlaubt.

Ausrüstung des Reiters: Reiter unter 18 Jahren mit Helm mit Dreipunkt-Befestigung, ansonsten Kopfbedeckung vorgeschrieben, jedoch beliebig, stumpfe Sporen ohne Rädchen. Kostüm der Musik und der Ausrüstung des vorgestellten Pferdes angepaßt.

Dauer: Max. 4 Minuten zwischen den beiden Grußaufstellungen. Überschreiten der Zeit führt zum Ausschluß.

 

Und es war einfach toll. Lucero und Kathi harmonierten so perfekt miteinander, dass es des Öfteren Szenenapplaus gab. Das Lächeln wollte sich gar nicht mehr aus dem Gesicht von Kathi lösen. Es klappte alles. Der spanische Schritt, die Piaffe (noch etwas in vorwärtstendez, aber taktsicher), der fliegende Wechsel von Außengalopp nach Außengalopp, Travers, Renvers… Einfach alles. Zum Dank für diesen tollen Ritt viel Kathi Lucero um den Hals. Für diese Leistung gab es in der A-Note eine 8,8 und in der B-Note eine 7,8. Leider reichte es nicht ganz zum ersten Platz, obwohl die Zuschauer in meiner Nähe eine andere Meinung hatten (so vernahm ich es am Bahnrand). Aber ein toller zweiter Platz wurde es.

Nach der schweren Kür begann die „offene Kür der Reitweisen“.

 

WB 30: Offene Kür der Reitweisen

Pferde/Ponys: 5jährig und älter, Angabe der Rasse erforderlich

Reiter: alle Reiter Anforderungen: Dies ist ausdrücklich keine Dressurkür! Erwünscht ist die Vorstellung anderer Reitweisen wie z.B. Western, Doma Vaquera, Halsring, Arbeit an der Hand, Am Langen Zügel, Zirzensische Lektionen, Schulen über der Erde, Doppellonge etc.,

Gestaltung frei; Lektionen, Musik und Ausrüstung der vorgestellten Reitweise entsprechend.

Bewertung: Bewertet werden Ideenreichtum, Schwierigkeitsgrad, Harmonie zwischen Reiter/Führer und Pferd, Ausführung und Korrektheit der gezeigten Lektionen, Einwirkung des Reiters/Führers, Freude des Pferdes an der Mitarbeit, Zusammenpassen von der Vorstellung und der Musik.

Jeder Reiter erklärt sich mit seiner Nennung mit einer offenen Bewertung über Mikrofon im Anschluß an die Prüfung einverstanden.

Ausrüstung des Pferdes: frei wählbar, der vorgestellten Reitweise entsprechend. Keine Hilfszügel. Blanke Kandare nur mit einhändiger Führung. Bitte auf die Sicherheit von Pferd und Reiter achten.

Ausrüstung des Reiters: Reiter unter 18 Jahren mit Helm mit Dreipunkt-Befestigung, ansonsten Kopfbedeckung vorgeschrieben, jedoch beliebig. Kleidung der Reitweise, der Musik und der Ausrüstung des vorgestellten Pferdes angepaßt.

Dauer: Max. 3,5 Minuten zwischen den beiden Grußaufstellungen. Überschreiten der Zeit führt zum Ausschluß.

Beschriftete CD mit Pferd-/Reiternamen und der Angabe, ob die Musik auf Handzeichen oder ab Gruß gestartet werden soll.

 

Hier starteten Claudia und Saphira noch einmal. Diesmal mit einer Vorstellung an der Longe.

Claudia demonstrierte, wie harmonisch Longenarbeit aussehen kann. Saphira hörte auf jede Bewegung die Claudia machte. Tempiwechsel, Richtungswechsel, Rückwärtsrichten. Alles war dabei.

Belohnt wurde dies mit einem schönen dritten Platz.

So. Zum Schluss habe ich noch ein paar Impressionen von verschiedenen Prüfungen und Randaufnahmen. Es war mal wieder sehr schön auf dem Breitensportturnier. Nur die Verzögerungen von Prüfungen waren etwas überflüssig. Aber dafür ist es ein Freizeitreiterturnier. Da kann und muss nicht alles perfekt sein.

Bis zum nächsten Jahr!

 

 

 

Sabrina Kitowski